[Rezension] Das Lied der Träumerin

Aktualisiert: 4. Mai 2019


**Poetisch, düster & abstrus**


Hallo, meine Lieben. :)


Heute gibt es meine Rezension über "Das Lied der Träumerin" von Tanya Stewner.

Das Buch habe ich mir aus der Bibliothek ausgeliehen, weil ich es schon länger im Auge hatte - schließlich hat Tanya Stewner eines meiner absoluten Lieblingsbücher, nämlich "Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb", geschrieben. Die Rezension dazu findest du hier.


Jetzt aber viel Spaß bei meiner Rezi zu "Das Lied der Träumerin"! XD


Anmerkung: Wie bei allen Rezensionen auf meinem Blog gilt: Wenn du mehr zu dem Buch erfahren willst, klick einfach auf das Cover; dann wirst du zum entsprechenden Amazon Link weitergeleitet.

Oder du gehst auf die Website des Verlags oder fragst nach dem Buch im Buchladen deiner Nähe. :)







Autor: Tanya Stewner


Hardcover: 16,95 Euro


Taschenbuch: 8,99 Euro


eBook: 8,99 Euro


Seitenanzahl: 387 Seiten


Verlag: FJB


Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren


Genre: Gegenwartsliteratur




Inhaltsangabe


Was wären wir ohne unsere Träume? Angelia hat einen Traum: Sie will als Sängerin den Durchbruch schaffen. Und sie ist fest davon überzeugt: Nur wer träumt, der lebt! Sie geht nach London, um ihren Traum wahrzumachen. Dort erlebt sie mit dem ungleichen Brüderpaar Josh und Jeremy Licht und Schatten von Freundschaft und Liebe. Angelia geht durch Glück und Enttäuschung, muss sich ihrer Vergangenheit stellen und bleibt doch immer auf dem Weg, den ihr Traum ihr zeigt . . .

»Ein Roman wie ein traumhafter Popsong von der bekannten "Liliane Susewind"« Bestsellerautorin Tanya Stewner. »Aufrüttelnd, spannend und inspirierend. Ein Buch, das die Sinne weckt!« Yvonne Catterfeld. »Es geht im Leben nicht darum, Rockstar zu werden, sondern sich selbst und seinen eigenen Weg zu erkennen. Mach es wie die Träumerin: Halte deine Nase in den Wind und lebe deinen Traum!« Rudolf Schenker, Gründer der Scorpions, Rock Your Life


Zitat aus dem Buch


Träumen ist die wachste Art des Daseins.

Wie ich's fand


Dieses Buch ist auf jeden Fall das mit Abstand härteste von der Autorin. Auch wenn der verträumte Titel, das spielerische Cover und selbst der Klappentext dir noch so sehr weismachen wollen, dass dies ein locker leichtes schönes Jugendbuch für zwischendurch ist: Das ist es keinesfalls!


Der Anfang rüttelt einen mit dem ersten Satz "Mein Vater lag im Sterben" zwar auch schon direkt wach, aber der verträumte Schreibstil und der grenzenlose Optimismus sowie die Lebenslust der Protagonistin machen diese ernste Tatsache schnell wieder wett.

Ich war total fasziniert und angetan von dem bezaubernden Schreibstil von Tanya Stewner - die Protagonistin hat so ähnliche Gedankengänge wie ich manchmal: Wirr, verträumt und vom Leben berührt.

Also, wenn man selbst von den Schönheiten des Lebens kaum bis gar nicht angetan ist und man auch eher ein Pessimist ist, dann wird einem das Buch wahrscheinlich schon mal eher nicht gefallen. Denn dann kann mich sich mit Angelia natürlich überhaupt nicht identifizieren, sondern hält sie eher für naiv und . . nun ja verträumt und ggf. nervt dich Angelia dann eher.

Bei mir war allerdings genau das Gegenteil der Fall. Allein die Tatsache, dass Angelia nur der Zweitname unserer Protagonistin ist, aber sie ihren ursprünglichen Vornamen Jana nicht mehr beibehalten will . . Ich heiße ja auch Jana und meinen Zweitnamen Alva finde ich auch manchmal schöner.

Irgendwie ist diese Geschichte MEIN Buch. Zumindest hat es sich fast durchgehend so angefühlt.

Durch Angelias Gedankengänge war mir die Autorin auch gleich noch viel sympathischer. Ich würde mich echt gerne mal mit dieser Frau unterhalten. :D


Ich habe ja schon angedeutet, dass das Buch keine leichte Kost ist und ich kann nur sagen, dass es für mich wirklich mindestens so heftig wie "Der Märchenerzähler" gewesen ist und alle, die dieses Buch gelesen haben, wissen, dass das was heißen mag. Die Rezi dazu findet ihr hier.

In "Das Lied der Träumerin" wurden nun so viele erschütternde Dinge präsentiert, dass es mir echt schon ein bisschen zu viel war. Und da kommen wir auch zu dem Punkt, an dem ich mich in einem Zwiespalt befinde. Denn einerseits fand ich bspw. auch die Sexszenen too much - gar nicht so sehr von den erotischen Details her, sondern viel eher von der Darstellungen; dieser fast verstörenden Intensität. Andererseits war das Buch für mich total spannend und ich mochte dieses Extreme auch irgendwie.

Ich habe die Seiten wirklich inhaliert. Also an Spannung fehlte es mir hier auf jeden Fall nicht!


Kritiker bemängeln, dass Angelias Optimismus und ihre fast immer bestehende Lebensfreude unrealistisch ist. Als jemand, der ihr in diesem Punkt doch echt ähnlich ist, kann ich nur widersprechen. Ja, eine Sache hat sie für mich auch zu schnell überwunden. Da muss ich schon sagen, dass dies normalerweise wahrscheinlich etwas mehr Zeit zum Verarbeiten gebraucht hätte. Aber sonst kann ich nur sagen, dass ich viele ihrer schlimmen Schicksalsschläge zwar nicht erleiden musste, gewiss aber auch düstere Zeiten hatte. Mir kam ihre Stärke, weiter das Leben zu lieben, realistisch vor, da ich mich persönlich in sie hineinversetzen konnte. Außerdem hat sie bei der ein oder anderen Sache durchaus erst einmal einen Weg finden müssen, diese Krise zu überwinden.


Die Nebencharaktere fand ich alle echt gut gelungen. Es gibt einige von ihnen, die auch eher Pessimisten, Realisten oder was auch immer sind, die die Welt also aus einer anderen Perspektive sehen. Das fand ich ganz toll, da so nicht der Eindruck vermittelt wurde, Angelias Einstellung färb auf ihre Umwelt ab und da sie sich wundervoll fühlt, ist es bei allen anderen auch so. Nein, keineswegs. Solche Punkte haben das Buch für mich rund gemacht. Ich fand alles, was in diesem Buch passiert ist irgendwo nachvollziehbar und das muss man erstmal schaffen, wenn man so viele schreckliche Aspekte mit einbringt.


Ich schließe mich den Rezensenten an, die kritisieren, dass die Altersempfehlung ab vierzehn Jahren im Durchschnitt vielleicht zu niedrig ist. Ich weiß, ich bin selbst noch vierzehn, aber ich bin es mittlerweile auch gewöhnt, Bücher mit solch intensiven, bedrückenden Themen zu lesen. Nach "Niemand liebt November" von Antonia Michaelis, das von der Verstört-mich-Skala eh kein anderes Buch mehr toppen kann, habe ich mir gezwungenermaßen ein dickes Fell angelegt.

Solange die Bücher gleichzeitig auch in gewisser Weise schön sind, der Schreibstil und die Spannung gut sind und man auch gewisse Botschaften aus der Geschichte ziehen kann, finde ich das dann vollkommen okay (für mich persönlich ist das zumindest so). Und das war bei "Lied der Träumerin" der Fall.

Während ich diese Rezension schreibe, hat sich meine Bewertung auch noch mal um 0,5 Schäfchen - also ein halbes Schaf haha - aus genau diesem Grund erhöht. XD


Ich weiß ehrlich gesagt nicht ganz genau, ob ich mit dem Ende jetzt zufrieden bin oder nicht. Das ist - neben der einen Sache, die Angelia meiner Meinung nach wie gesagt zu schnell überwunden hat - auch ein Grund, weshalb es für mich nicht die volle Punktzahl gab. Und selbst wenn ich das hätte, kann ich nicht behaupten, ich hätte das Buch grundsätzlich empfohlen. Man muss schon ein Träumer/eine Träumerin sein, um diese Buch zu mögen.

Aber ich bin eine. :))


Somit vergebe ich 4,5/5 Blümchen. :)


Fazit


"Das Lied der Träumerin" ist ein erschreckendes Buch mit vielen furchtbaren Dingen, die aus der kalten, trocken realistischen Welt in Angelias Träumerblick und ihren optimistischen, liebenden Blick aufs Leben einfallen und ihr Leben ganz schön auf den Kopf stellen.

Wer außerdem Musik liebt, sollte sich das Buch auch mal anschauen, denn die spielt hier eine gewichtige Rolle. Das Thema Musik und die anderen Leidenschaften hier, fand ich sehr schön dargestellt. :)

Für mich eine ganz besondere Geschichte, die mich auf jeden Fall berühren konnte - positiv und negativ.

Ich werde mir das Buch bestimmt irgendwann noch zulegen, um es auch ein weiteres Mal zu lesen.


Somit vergebe ich 4,5/5 Blümchen. :)


Gut zu wissen


Als Kind habe ich "Liliane Susewind" und "Alea Aquarius" von der Autorin gelesen und geliebt. Kann ich allen 8-12-Jährigen wirklich nur ans Herz legen. Das waren damals Lieblingsbücher von mir. :))

"Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb" war dann vor ca. zwei Jahren mein erstes Jugendbuch von ihr und wie bereits gesagt, hat es mich total begeistert.

Tanya Stewner hat auch noch einige weitere Jugend - und Kinderbücher geschrieben.

Schaut sie euch gerne an, wenn ihr auf etwas leichtere Kost aus seid.


Über die Autorin


Tanya Stewner begann bereits mit zehn Jahren, Geschichten zu schreiben. Von diesem Zeitpunkt an war es ihr größter Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Nach dem Abitur studierte sie Literaturübersetzen in Düsseldorf, brach dieses Studium jedoch ab, um in Wuppertal Anglistik, Germanistik und Literaturwissenschaften zu studieren.

Von 1996 bis 1998 lebte die Autorin in London, studierte dort an der University of North London, absolvierte ein Verlagspraktikum und begann gleichzeitig ihren Roman »Das Lied der Träumerin« zu schreiben. 2002 schloss Tanya Stewner ihr Studium in Deutschland mit dem Titel Magistra Artium ab.

Im Sommer 2003, während ihres Volontariats in einem Redaktionsbüro, schrieb Tanya Stewner die erste Geschichte des rothaarigen Mädchens Liliane Susewind. Ihre Versuche, eine Literaturagentur von ihrem Kinderroman zu überzeugen, scheiterten jedoch. Auch weitere Bemühungen, das Buch ohne Agenten bei einem Verlag unterzubringen, waren erfolglos. Erst nach insgesamt 24 Absagen erfolgte im Sommer 2006 die Zusage des S. Fischer Verlags.

»Liliane Susewind − Mit Elefanten spricht man nicht!« erschien im August 2007 und entwickelte sich rasch zum Überraschungserfolg. Elf weitere Bände folgten. Im August 2010 erschien der erste Band einer neuen Kinderbuch-Reihe »Wie weckt man eine Elfe?«.

Inzwischen hat Tanya Stewner ihre Tätigkeit als Lektorin und Übersetzerin aufgegeben und widmet sich ganz der Schriftstellerei. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Wuppertal und arbeitet an weiteren Büchern für Kinder und Jugendliche, ebenso wie an Romanen für Erwachsene.



Das wars mit meiner Rezi heute.

Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt und meinen Standpunkt klar rüber gebracht. Das war aufgrund meines Zwiespalts nämlich gar nicht so leicht, aber tatsächlich hat mir das Schreiben dieser Rezension über meinen Standpunkt Klarheit verschafft.


Danke, dass du dir meine Gedanken und Gefühle zu diesem außergewöhnlichen Buch durchgelesen hast.


Was ist DEINE Meinung zu "Das Lieder Träumerin"?

Und falls du das Buch noch nicht gelesen hast, hast du es nach meiner Rezi vor?

Teil mir deine Meinung unbedingt in den Kommentaren mit, ich möchte mit dir tratschen! XD


Hab euch lieb und bis zum nächsten Mal, ihr Tagträumer!❤


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