[Rezension] Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Aktualisiert: 23. Juni 2019


Emotional, ehrlich & besonders


"Lilly Lindner hat es geschafft in Kindersprache eine ungeahnte Tiefe zu erreichen und philosophisch die Fragen des Daseins, des Seins, des Lebens und des Todes, die Bedeutung und Macht von Wörtern und Liebe in niedergeschriebenen Briefen einzufangen."

~Amazon Kunde Captain Jack


Hallo, ihr Lieben. :)

Vielleicht habt ihr schon mal von Lilly Lindner gehört. Ihr Roman "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" ist mir schon öfter ins Auge gefallen, wenn ich mal wieder auf der Suche nach neuem Lesestoff war. Jetzt habe ich es spontan aus der Bibliothek ausgeliehen gehabt und mir nach dem Lesen gleich selbst gekauft. Wenn ihr emotionale und etwas andersartige Geschichten mögt, solltet ihr unbedingt dran bleiben!


Viel Spaß! :D


Website des Verlags



Eckdaten


Autor: Lilly Lindner


Hardcover: 7,99 Euro


eBook: 7,99 Euro


Seitenanzahl: 400 Seiten


Verlag: FKJV/Fischer


Genre: Roman


Inhaltsangabe


"Warum isst du nicht mehr, April?"

April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.


Wie ich's fand


Ich habe noch nie ein Buch wie dieses gelesen. Erzählt wird die Geschichte ausschließlich in Form von Briefen. In der ersten Hälfte dürfen wir miterleben, wie Phobe, die neunjährige jüngere Schwester Briefe an ihre sechszehnjährige Schwester April schreibt, in der zweiten Hälfte des Romans ist es andersrum. April ist aufgrund von Magersucht in einer entsprechenden Klinik. Viel mehr möchte ich zum Inhalt auch gar nicht mehr hinzufügen.


"Schwestern müssen schließlich zusammenhalten, weil man zusammen viel mehr halten kann als alleine."

~Lilly Lindner als Phoebe


Ich weiß gar nicht, wo ich nun anfangen soll. Mich hat das Buch nachhaltig beeindruckt. Die Art und Weise, wie Lilly Lindner Geschichten erzählt ist der Wahnsinn. Sie schreibt sehr poetisch, besonders und tiefgründig und hat mich durch ihren ganz persönlichen, speziellen Zauber zwischen den Zeilen vor allem nach dem ersten Viertel total in den Bann gezogen. Durch Phoebes Alter wurde diese Sprache noch beeindruckender. Ein wenig finde ich es unrealistisch, dass ein Kind ihres Alters teilweise sehr komplexe Satzkonstruktionen und Wörter verwenden kann, aber ich habe mir meistens einfach vorgestellt, sie wäre 2 oder 3 Jahre älter und dann hat es mich nicht mehr gestört. Ich finde, über solche Kleinigkeiten sollte man hinwegsehen können. :)

Ansonsten fand ich alle Nebencharaktere gut gelungen, obwohl der Fokus natürlich auf Phoebe und April liegt. Die Eltern fand ich vor allem im zweiten Teil manchmal ein bisschen schwierig. Beispielsweise arbeitet die Mutter sozialpädagogisch mit Kindern, wie mit Waisen, scheint mit ihren zwei Töchtern aber völlig überfordert zu sein. Warum ist nicht wirklich klar geworden. Somit hat auch ein Teil von mir Aprils Leiden nicht verstanden. Ich hätte mir letztendlich wahrscheinlich ein wenig mehr Hoffnung und vielleicht dadurch auch ein wenig mehr Realismus gewünscht.


"Ich glaube nicht, dass Menschen noch mit irgendetwas rechnen, wenn sie niemanden mehr haben, dem sie das Ergebnis präsentieren können."

~Lilly Lindner als Phoebe


Andererseits war dieses leicht Abstrakte in der Geschichte auch etwas, dass mir sehr gut gefallen hat. Die Autorin ist wahrlich einzigartig, am ehesten vergleichen würde ich diesen Stil mit dem von Antonia Michaelis, falls du sie kennst. Eine Mischung aus Antonia Michaelis und Anne Freytag und etwas eigenem. =)


"Als Schriftsteller, da stellt man Schrift in einen Raum und guckt, was passiert, wenn man das Licht verändert oder den Blickwinkel oder die Farbe der Tapete."

~Lilly Lindner als Phoebe


Gut gefallen hat mir auch, dass ich das Buch irgendwann nicht mehr aus der Hand legen konnte und wollte, da ich unbedingt mehr über die beiden Schwestern erfahren wollte und Angst vor dem Ende hatte, mich aber auch nach der Gewissheit gesehnt habe. An der Stelle will ich noch erwähnen, dass man für dieses Buch auf jeden Fall gute Nerven braucht.


Fazit


Auf jeden Fall hat Lilly Lindner mit ihrem Roman "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" tiefe Gefühle in mir geweckt. Trotz und irgendwie auch wegen seiner kleinen Schwächen, ist dieses Buch ein Meisterwerk. Am Ende liefen mir stille und ehrliche Tränen übers Gesicht, so wie auch diese Geschichte ehrlich und still ist. Berührend und besonders und mit einer Portion Düsternis geschmückt, kann ich nur sagen: Wow!


4,5 ⭐


Über die Autorin


Lilly Lindner hat keine Ahnung von Teilchenphysik und bipolaren Zwischenströmungen. Sie weiß auch nicht, wie viel Wasser man in einen Teich kippen muss, um einen See zu erhalten; aber wie man Bücher schreibt – das weiß sie. Ihr Debüt "Splitterfasernackt" stand monatelang auf der Bestsellerliste


Gut zu wissen


Alle Romane Lilly Lindner findest du hier.

Darunter Autobiografien und weitere fiktive Geschichten.


Schaut vorbei, es lohnt sich! :))



Ich hoffe, euch hat die Rezension gefallen und vielleicht schaut ihr euch jetzt eine von Lilly Lindners Büchern genauer an. ^^

Bye bye und bis zum nächsten Mal, ihr Dreamies!❤


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